Naturkosmetik?

Wie gerne würde ich hier jetzt einfach "Ja!" schreiben... Aber alleine die Tatsache, dass ich Seife herstelle, erlaubt mir das nicht. Seife entsteht nämlich durch einen chemischen Prozess zwischen Fett und Lauge. Laut Definition sind chemische Verarbeitungsprozesse in der Naturkosmetik nicht erlaubt. (Nachzulesen zum Beispiel auf der Homepage der AGES: hier klicken )

 

Wieder ABER:

Alleine meine Lebenseinstellung (und diverse rationale Gründe) erlaubt es mir nicht, der Natur und der Umwelt großen Schaden zuzufügen oder ihn auch nur zu fördern. Deshalb kann ich versprechen, dass ich die Rohstoffe für alle meine Produkte nur von Lieferanten beziehe, denen ich in dieser Hinsicht vertraue. Natürlich kann ich nicht jede Kokospalme und jedes Rapsfeld überprüfen, aber irgendwo muss die eigene Kontrolle auch aufhören dürfen. Außerdem habe ich am eigenen Leib erlebt, was ich alles erfüllen musste, um überhaupt produzieren und endlich verkaufen zu dürfen und kam dadurch zu dem Schluss: Bis zu einem gewissen Grad kann man sich tatsächlich auf die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen verlassen! Regelmäßiges, kritisches Hinterfragen immer vorausgesetzt.

Sind die Seifen umweltfreundlich?

Meine Seifen sind so umweltfreundlich, wie es bei Seifen eben möglich ist. Hier die wichtigsten Punkte warum und die Grenzen:

 

1.       Ich produziere in einem geprüften Raum zu Hause. Das heißt, für meine Produktion wurde keine weitere Fläche zugebaut, ich verbrauche keinen Treibstoff, um zur Arbeit zu kommen und auch keine weitere Energie für Heizkosten usw. Da ich meistens bei Tageslicht arbeiten kann, fällt gerade einmal der Strom für 2 Minuten Stabmixer an.

 

2.       Ich verpacke meine Seifen für den Transport in Papier und in Zellglas. Das ist kompostierbar.

 

3.       Ich achte beim Einkauf meiner Rohstoffe auf Anbieter, die auf Nachhaltigkeit achten.

 

4.       Ich gehe eher sparsam mit Farbstoffen um. Wenn ich „buntere“ Farbe verwenden möchte, als Kräuter und Blüten, dann nehme ich hauptsächlich Aktivkohle, Tonerde und mineralische Pigmente.

 

5.       Für 1 kg Seife benutze ich ca. 1 L Öl, ca. 100 bis 150 g Natronlauge und ca. 300 ml Wasser. Natronlauge ist eine sehr „chemische“ Substanz. Auch die Verseifungsreaktion ist ein chemischer Vorgang, welcher tatsächlich in der Natur praktisch nicht vorkommt. Es sei denn, man bringt Lauge und Fett zusammen, was zum Beispiel passiert, wenn man tierische Opfergaben verbrennt. Dann fängt der nahe gelegene Fluss irgendwann an zu schäumen, die Wäsche wird dort sauberer und die Menschen, die darin baden, werden seltener krank. Trinken des Wassers ist nicht mehr so gut. Soviel nur kurz zur Entdeckung von Seife.

Das ist übrigens der Grund, aus dem Seife laut Gesetz nicht unter „Naturkosmetik“ fällt. Weil ein chemischer Vorgang notwendig ist, um sie herzustellen.

 

6.       Obwohl ich kein Palmöl verwende und auf Nachhaltigkeit achte, fällt auch zum Beispiel das Sonnenblumenöl nicht sauber vom Himmel.
Egal, wie „biologisch“ die Landwirtschaft geführt wird, natürliche Artenvielfalt sieht anders aus. Außerdem muss man auch die Mengen beachten, die der Markt verlangt. Ich wage zu denken, dass 1 L Palmöl, der aus einer Palme kommt wahrscheinlich umweltfreundlicher wäre, als 1 L Rapsöl, für den x Quadratmeter Erde verbaut werden.

Nebenbei ist auch die Regionalität begrenzt. Ich brauche schon ein paar feste Fette und das sind vor allem Kokosöl, Sheabutter und Olivenöl (ich weiß, dass das flüssig ist, aber es macht feste Seife). Die regionalen Alternativen sind Butter oder Schmalz. Die sind nicht vegan.

 

7.       Ähnliches gilt für den Duft. Wenn die Seife duften soll, habe ich 2 Möglichkeiten: Ätherische Öle oder Parfümöle. Ich verwende beides.

Ätherische Öle sind zwar mehr oder weniger „natürlich“, aber darüber, ob die riesigen Lavendelfelder, Rosenplantagen usw. ökologisch wirklich wertvoll sind, lässt sich auch nachdenken. Es ist eine Recherche wert, herauszufinden,  WIE viele Kilogramm Blüten man braucht, um ein paar Milliliter ätherisches Öl zu gewinnen. Ich persönlich finde sie zu kostbar für Seife, verwende sie lieber tropfenweise in Cremen, Diffuser oder im sonstigen Hausgebrauch, wo sie sich richtig entfalten können.
Außerdem reagieren immer mehr Menschen mit Hautreizungen und Allergien auf die ätherischen Öle, weswegen ich mit dem Einsatz vorsichtig sein muss.

Parfümöle haben zwar niemals eine echte Pflanze gesehen, dafür können sie auf verhältnismäßig kleinem Grund und mit verhältnismäßig geringem Energieaufwand in großen Mengen hergestellt werden. Außerdem reagieren weniger Menschen darauf allergisch oder überempfindlich.

 

Selbstverständlich kann ich jederzeit eine Charge ganz ohne zusätzlichen Duft herstellen. Gerne auf Bestellung, ich muss dann nur auf eine Mindestabnahmemenge von ca. ½ kg bestehen. Die Zielgruppe dafür ist sehr klein und für die meisten Nasen „stinkt“ die Seife dann.