Warum mein Teddy ein Schamane ist.

Mein erstes, veröffentlichtes Buch ist da!

 

Es heißt: "Teddy fliegt ins Traumland" und ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Für mich ist das ein Meilenstein!

 

Obwohl, der Teddy, also DIESER Teddy, war von Anfang an besonders:

 

Erst war er schrecklich aufdringlich. Die Idee kam mir bei einem Malwettbewerb, an dem ich gar nicht teilgenommen habe. Es ging um das Thema "Reisen" und während ich so vor mich hin malte, kuschelte sich auf dem Papier vor mir ein kleiner Teddy in eine Wolke.

 

Damit war er aber nicht zufrieden. Vielleicht war ihm das friedliche Liegen und Träumen auf der Wolke zu langweilig. Oder, dieser Eindruck hat sich im Laufe der Zeit bei mir sehr verdeutlicht, ich sah ihm nicht genau genug hin. Denn er lag nicht einfach faul und glücklich auf dieser Wolke, oh nein! Er war auf einer Mission!

 

Immer wieder drängelte er sich in meine Gedanken, immer wieder kam dieses Motiv. Auf alles Mögliche, ihr findet den Teddy zum Beispiel hier: http://www.poesiedelavie.at/kleine-Geschenke.htm .

Bis ich mich irgendwann endlich dazu überreden ließ, seine Geschichte aufzuschreiben. Er kam mir richtig erleichtert vor!

 

Von da an tauchte das Motiv nicht mehr auf meinen Arbeiten auf. Aber denkt nicht, dass es besser wurde! Im Gegenteil, kaum hatte ich die Datei erstellt, fingen Teddy und auch der Drache Bo an, ununterbrochen in meinem Kopf zu plappern. Am liebsten beide gleichzeitig!

Als ob sie es kaum erwarten konnten, mir ihre Abenteuer zu diktieren. Dabei war ich ihnen auch noch zu langsam, Tag und Nacht trieben sie mich an den Computer, bis endlich der letzte Punkt gesetzt war.

 

"Und jetzt", fragte ich? "Jetzt ist alles aufgeschrieben und was soll ich damit? Ich kann kein x-Seiten-Werk auf meiner Homepage veröffentlichen..." Aber die beiden lachten nur. Sie hatten nämlich alles schon organisiert...

 

Jeder, der schon einmal ein Buch veröffentlichen wollte, weiß, wie schwierig es ist, einen Verlag zu finden. Für Kinderbücher fallen die Chancen gegen Null und wenn man auch noch selber illustrieren möchte, rutschen sie in den negativen Bereich. Ich habe diese Suche vor langer Zeit aufgegeben und deshalb vor Jahren diese Homepage eröffnet, wo ich wenigstens Kleinigkeiten veröffentlichen kann.

 

Aber für den Teddy, für DIESEN Teddy, war plötzlich, wie aus dem Nichts, schwupp! ein Verlag da. Noch dazu ein recht renommierter, österreichischer - ich mag es doch so gerne regional...

 

Nun hätte ich natürlich völlig verwirrt nach dem Warum und Wieso fragen können, oder die Tatsache freudig annehmen. Ich entschied mich für die zweite Variante und habe die Antwort auf die erste trotzdem gefunden:

 

Der Teddy ist eindeutig ein Schamane.

 

Ich habe den Text für den Verlag noch einmal ordentlich überarbeitet, schließlich will man ja keine Schlampigkeiten abgeben. Dabei erst sind mir selbst einige, wenn nicht sogar sehr viele, Parallelen zu dem aufgefallen, was ich im Lauf der Zeit über das "schamanische System" erfahren habe. Die wichtigsten fasse ich hier zusammen, aber inzwischen bin ich mir sicher, dass es in dieser Geschichte noch viel mehr zu entdecken gibt!

 

Teddys schamanische Reise:

 

Teddy erlebt in dieser Geschichte eine, mehr oder weniger klassische, schamanische Reise:

Er wird von den Spirits (hier in Form der Traumfee Lin) erst aktiviert, indem sie ihn von Nellis regelmäßigen Ausflügen ins Traumland (andere Wirklichkeit) erfahren lässt. Dann bietet sie ihm eine Traumwolke (Ankerpunkt, wäre klassischerweise vielleicht eine Trommel oder eine Rassel) an, die er nicht verlassen darf und schickt ihn auf die Reise.

 

Die Reise führt ihn nach oben (in die „obere“ der drei Welten, wo die Spirits, Lehrer, Krafttiere usw. wohnen), durch den Sternenhimmel und Regenbogenfarben bis ans Meer der Träume (übliche Metapher für die Welt der menschlichen Träume). Dort angekommen wird er sofort von einem „Reiseleiter“ (der Drache Bo) in Empfang genommen. Der wuselige und fröhliche Drache bildet ein Gegengewicht zu dem mürrischen, aber herzensguten Teddy und erweist sich als weiser Begleiter. Er schafft es geschickt, Teddy zu lenken und ihn unauffällig zur richtigen Entscheidung zu motivieren. Wenn Wissen oder Weisheit gefragt sind, weiß er Rat. (Dass sich hier alle Geister, Krafttiere usw. direkt mit ihrem Namen vorstellen, ist zwar unüblich, erleichtert aber den Schreibfluss ungemein. Das ist einer der Abstriche zugunsten des Märchens.)

 

Auf der ersten Insel hilft Teddy einem kleinen Mädchen, sich seinen Ängsten zu stellen (Schattenarbeit). Der große, brüllende Riese, vor dem sie sich so fürchtet, entpuppt sich als freundlicher Zwerg mit einer Einladung.

Das Mädchen lässt durchblicken, dass es eher schüchtern und von den Vorbereitungen zu ihrer eigenen Geburtstagsfeier überfordert ist (symbolisiert durch den brüllenden Riesen). Nachdem es sich seiner Angst gestellt hat, schrumpft diese auf ein erträgliches Maß zusammen und die beiden können sich unterhalten. Im Gespräch schafft es der freundliche Zwerg sogar, ihr die Feier schmackhaft zu machen und positive Seiten (Elfen als Gäste) daran zu finden.

 

Im Laufe des Traumes tritt erst Bo, dann Teddy immer weiter in den Hintergrund und schließlich träumt das Kind alleine weiter. (Der Schamane und sein Krafttier werden nicht mehr gebraucht, der Mensch kann jetzt selbstständig weiter agieren.)

 

Auf der zweiten Insel hat ein Bub eine starke Verbindung zu Einhörnern. Einhörner begleiten als Krafttiere gerne sensible Menschen und vor allem Kinder in ihren ersten Jahren. Oft symbolisieren sie die Lebensaufgabe des Heilens.

Der Bub hat die Einhörner, genau wie seine Gabe zu heilen, mit seinem Opa gemeinsam. Doch irgendein Ereignis, vielleicht wurde er gehänselt, vielleicht waren es auch unbewusst zusammengepuzzelte Botschaften, hat dazu geführt, dass sein Weltbild sich komplett verzerrt hat. Die Erinnerung an die Geschichten seines Opas wurde verschüttet, sodass sie ihm jetzt lächerlich erscheinen.

 

Teddy und Bo erfüllen ihre Aufgabe als Schamanen und holen die Erinnerung (den Seelenanteil) zurück. Sobald sie wieder verfügbar ist, korrigiert sich das Weltbild des Buben zurück und er folgt wieder seiner Bestimmung.

 

Ebenso wie auf der letzten Insel treten Teddy und Bo im Verlauf des Traumes in den Hintergrund und schließlich träumt das Kind alleine weiter. (Der Schamane und sein Krafttier werden nicht mehr gebraucht, der Mensch kann jetzt selbstständig weiter agieren.)

 

Auf beiden Inseln steht Teddy vor der Entscheidung, ob er helfen soll, oder sein eigenes Ziel, Nelli zu finden, weiter verfolgen. Beim ersten Mal fällt ihm das noch leicht und er kommt gar nicht auf die Idee, nicht zu helfen. Beim zweiten Mal fühlt er sich schon unter Zeitdruck und er schiebt einen Grund der Vernunft (die armen Einhörner) vor, um seinem Herzen folgen zu können.

 

Nach dem zweiten Abenteuer aber ist seine Geduld überstrapaziert (Schamanen sind immer ein bisschen mürrisch und mögen es gar nicht, von den Spirits ausgenutzt oder gar ausgetrickst zu werden). An diesem Punkt hat er seine Aufgaben aber wohl zur Zufriedenheit erfüllt und wird nicht weiter herumgeschickt. Seine Reise ist zu Ende und der Reisebegleiter übergibt ihn in die Obhut eines Wächters (Traumvogel Silvie).

 

Dieser öffnet ihm endlich den Blick auf seine Belohnung, das Ziel: Nelli.

Vom Traumvogel bewacht löst sich hier alles in Wohlgefallen auf und Teddy darf noch eine Weile genießen, bis er vom Wächter wieder nach Hause geschickt wird. Seine Zeit hier ist vorbei, er hat hier nichts mehr verloren.

 

Obwohl im ersten Kapitel erklärt wurde, dass Spielzeug nicht schläft, „erwacht“ Teddy im letzten Absatz des Buches. Damit wird sein Übergang in den normalen Bewusstseinszustand angedeutet und seine Besonderheit noch einmal hervorgehoben. Nellis Stimme dient ihm als Anker, um wieder ganz in seiner Wirklichkeit anzukommen.

 

Dass „Großvater Bär“ als großer Heiler bekannt ist, hat sich der Leser inzwischen wahrscheinlich gedacht. Bären gehören zu den wenigen Tieren, bei denen der Konsum von „Medikamenten“ beobachtet wurde. Eine Bärin holt tatsächlich Kräuter, zerkaut diese und wendet den Brei wie eine Medizinfrau an sich und ihren Kindern an, wenn einer von ihnen erkrankt ist.

 

Das Ende? Bestimmt nicht!

Katharina Vasicek - www.maerchenundseife.at