Ich bin Heidin.

Ich bin Heidin.

Bin ich Heidin?

 

Bin ich Heide? Rohes, unbebautes Land?

 

Nicht mehr.

Viele haben versucht, mich umzuackern. Sogar ich selbst. Sehnsüchtig habe ich fremde Gärten bestaunt, habe zu mir geholt, wovon ich dachte, es würde mich besser machen.

Manches durfte bleiben, vieles musste wieder gehen. Inzwischen würde ich nie wieder zulassen, dass jemand mit einem Spaten oder schärferem Werkzeug mein Land betritt. Es wird von einer undurchdringlichen, giftigen und dornenbesetzten Hecke geschützt. Der Zutritt wird nur auf mein Geheiß gewährt.

 

Ich bin keine Heide mehr.

Kein rohes, unbebautes Land.

Ich habe meine Unschuld verloren

und bin gerade deshalb doppelt wild und frei!

 

Mein Land ist kein Acker. Es ist wertlos für jeden, dessen Sinn nach Ausbeutung strebt.

Doch ein Sammelsurium an Kostbarkeiten für jeden, der die Schätze zu erkennen und verwenden weiß.

 

Ich bin lebendig!

 

Katharina Vasicek - www.maerchenundseife.at